Paulinerkirche Göttingen Papendiek 14 · Altstadt

Die schönste Bibliothek Deutschlands? Eine Liste barocker und historischer Bibliotheken

Welche ist die schönste Bibliothek Deutschlands? Barocke Klostersäle, Weimar, Wolfenbüttel, St. Gallen und Admont – historische Bibliotheken im Vergleich.

Die schönste Bibliothek Deutschlands? Eine Liste barocker und historischer Bibliotheken

Historische Bibliothekssäle in Deutschland

Die Frage, welche die schönste Bibliothek Deutschlands sei, hat keine richtige Antwort, und genau deshalb wird sie so gern gestellt, oft im selben Atemzug mit Listen unter Titeln wie „Schönste Bibliotheken der Welt“. Manche denken an einen ovalen Rokokosaal in Weimar, andere an einen Klostersaal bei Ulm, in dem weiß lackierte Figuren zwischen den Regalen stehen, wieder andere an einen Kubus aus Beton und Glas in Stuttgart. Schönheit ist bei Bibliotheken ohnehin nur die halbe Sache. Ein Saal, der Bücher nicht mehr beherbergt, sondern nur noch zeigt, ist eher ein Museum; ein Lesesaal, der zwar funktioniert, aber niemanden zum Bleiben bewegt, erfüllt seinen Zweck nur zur Hälfte.

Diese Seite stellt historische Bibliotheken vor, die in solchen Diskussionen immer wieder auftauchen, und erklärt, was sie unterscheidet: wer sie gebaut hat, wann, und was in ihren Regalen steht. Sie beginnt im deutschen Barock, geht über die Fürstenbibliotheken in Weimar und Wolfenbüttel zur Frage nach der ältesten Bibliothek, blickt über die Grenzen nach St. Gallen, Admont, Wien, Prag, Dublin und Coimbra und endet dort, wo sie ihren Ausgangspunkt hat: in Göttingen, wo eine gotische Kirche zum Bibliothekssaal wurde.

Was die schönste Bibliothek Deutschlands ausmacht

Wer Listen dieser Art durchgeht, stellt fest, dass sie meist dieselben Kriterien anlegen, ohne sie auszusprechen. Das erste ist der Raum selbst: Höhe, Licht, Galerien, ein Deckengemälde, das ein Programm erzählt. Das zweite ist die Sammlung, denn ein Saal mit Attrappen statt Büchern verliert schnell seinen Zauber. Das dritte ist die Geschichte, also die Frage, wer hier gelesen, gearbeitet oder geschrieben hat. Die schönste Bibliothek Deutschlands im Sinne der meisten Ranglisten vereint alle drei: einen eindrucksvollen Raum, eine bedeutende Sammlung und eine Biografie, die über das Gebäude hinausreicht.

Dazu kommt ein viertes Kriterium, das selten genannt wird, aber jeden Besuch prägt: die Zugänglichkeit. Viele der berühmten Säle lassen sich nur von einer Absperrung aus oder in einer Führung betrachten, aus konservatorischen Gründen, weil Holz, Stuck und Papier empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen reagieren. Andere werden noch täglich als Arbeitsort genutzt. Beides hat seine Berechtigung, und es lohnt sich, vor einer Reise auf der Website der jeweiligen Einrichtung nachzusehen, welche Art Besuch möglich ist.

Barock und Rokoko: die großen Klostersäle im Süden

Der Barock hat die Bibliothek als Raum neu erfunden. In den Klöstern des 18. Jahrhunderts wurde der Büchersaal zum Gegenstück der Kirche, mit eigenem Bildprogramm und eigenem Anspruch. Drei Säle im Süden Deutschlands zeigen, wie unterschiedlich das ausfallen konnte.

Rokoko-Klosterbibliothek mit geschwungenen Galerien und Deckenmalerei

Im Nordflügel des ehemaligen Klosters Wiblingen, heute ein Stadtteil von Ulm, liegt ein Saal, der 1744 vollendet wurde. Die Pläne stammten vom Elchinger Baumeister Christian Wiedenmann, der bereits 1739 starb; sein Sohn Johann führte die Arbeiten weiter. Das Deckenfresko malte Franz Martin Kuen im Jahr der Fertigstellung, es spannt einen Bogen von Adam und Eva im Paradies bis zu Szenen aus dem Klosterleben. Unverwechselbar machen den Raum aber die lebensgroßen Figuren von Dominikus Hermenegild Herberger: vier christliche und vier weltliche Allegorien, weiß gefasst und poliert, mit vergoldeten Attributen. Wer sie zum ersten Mal sieht, hält sie leicht für Marmor. Als Johann Michael Fischer 1750 die Bauleitung übernahm, gab er dem Ostflügel eine Fassade, die sich an der Wiener Hofbibliothek orientierte, ein deutlicher Hinweis darauf, an welchem Maßstab man sich messen wollte.

Ganz anders wirkt die Stiftsbibliothek Waldsassen im Landkreis Tirschenreuth. Gebaut wurde an dem Trakt schon seit 1433, eingerichtet wurde der Saal aber erst 1724 bis 1726 unter Abt Eugen Schmid. Berühmt ist der Saal für zehn hölzerne Figuren des Schnitzers Karl Stilp, der in Waldsassen lebte und seine Werkstatt im damaligen Eger, dem heutigen Cheb, hatte. Es lohnt sich, jede einzeln anzusehen, denn keine gleicht der anderen. Über ihnen spannt sich eine Decke mit 14 Gemälden von Karl Hofreiter aus Bayreuth und Stuck von Jacopo Appiani, Francesco Chiusa und Paolo Marazzi.

Der dritte Saal liegt in Niederbayern. In der Benediktinerabtei Metten wurde eine ältere, zweischiffige Halle aus dem 17. Jahrhundert zwischen 1722 und 1726 unter Abt Roman II. Märkl umgebaut und in einen Hauptraum mit zwei Seitenräumen gegliedert. Franz Josef Holzinger, der auch die Klosterkirche stuckierte, schuf die Stuckaturen, Innozenz Anton Warathy die 14 Deckenfresken. Paarweise Atlanten tragen die Gewölbe des Hauptraums. Die Bibliothek wird als Tempel der göttlichen Weisheit gedeutet, und mit geschätzt rund 200.000 Bänden zählt sie zu den größten Klosterbibliotheken in Bayern.

Barock ist dabei mehr als eine Stilbezeichnung. In allen drei Sälen erzählt die Ausstattung, wie die Mönche ihr Wissen ordneten: Theologie und weltliche Wissenschaften, Glaube und Vernunft, nebeneinander und doch in einer Rangfolge. Wer genau hinsieht, liest die Säle wie ein Inhaltsverzeichnis. Und wer im Süden nach der schönsten Bibliothek Deutschlands sucht, wird sich zwischen diesen dreien kaum entscheiden können.

Weimar und Wolfenbüttel: historische Bibliotheken der Fürsten

Neben den Klöstern bauten die Fürsten. Die bekannteste unter diesen historischen Bibliotheken ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Herzog Wilhelm Ernst gründete sie 1691, ihren heutigen Namen trägt sie erst seit 1991, dem Jahr ihres 300-jährigen Bestehens. 1766 zog die Sammlung in das Grüne Schloss, wo der ovale Rokokosaal über drei Geschosse entstand. Von 1797 bis zu seinem Tod 1832 hatte Johann Wolfgang von Goethe die Oberaufsicht über die Bibliothek. Heute ist sie eine Forschungsbibliothek mit rund einer Million Bänden, ihr Schwerpunkt liegt auf der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Spätromantik. Seit 1998 gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Klassisches Weimar“.

Die Geschichte der Herzogin Anna Amalia Bibliothek hat eine dunkle Seite. Am 2. September 2004 brach im Gebäude ein Feuer aus. Etwa 28.000 Bücher konnten gerettet werden, darunter eine Lutherbibel von 1534, aber rund 50.000 Bände und 35 Gemälde verbrannten, und weitere etwa 62.000 Bände wurden durch Feuer und Löschwasser beschädigt. Ein Studienzentrum mit Magazin war bereits im Februar 2005 fertig, das historische Gebäude wurde am 24. Oktober 2007 nach einer Sanierung für 12,8 Millionen Euro wiedereröffnet. Die Restaurierung der beschädigten Bücher läuft weiter; bis 2028 sollen rund 1,5 Millionen Seiten wiederhergestellt sein. Wer heute den Rokokosaal betritt, sieht also einen Raum, der in Teilen zum zweiten Mal entstanden ist.

Älter als Weimar ist Wolfenbüttel. Herzog Julius erließ am 5. April 1572 eine „Liberey-Ordnung“, die als Gründungsurkunde der Herzog August Bibliothek gilt. Berühmt machte sie aber sein Nachfahre August der Jüngere, dessen Sammelleidenschaft ihr im 17. Jahrhundert den Ruf eintrug, ein achtes Weltwunder zu sein. Zwischen 1705 und 1713 entstand nach Plänen von Hermann Korb eine Rotunde für die Sammlung. Sie wurde abgerissen, nachdem die Bücher 1887 in den neubarocken Bau von Gustav Bohnsack umgezogen waren, der zwischen 1881 und 1886 entstanden war. Dessen Augusteerhalle ist heute der Raum, den Besucher zuerst sehen. Von 1770 bis 1781 war Gotthold Ephraim Lessing hier Bibliothekar, und zu den Schätzen gehört das Evangeliar Heinrichs des Löwen.

Dass historische Bibliotheken nicht nur vom Barock geprägt sind, zeigt ein Sprung in die Gegenwart. Die Stadtbibliothek Stuttgart zog im Oktober 2011 in einen Neubau des koreanischen Architekten Eun Young Yi am Mailänder Platz. Außen ein Monolith aus Beton und mattem Glas, innen ein Raum, den der Architekt als vollkommenen Kubus beschreibt, belichtet durch ein zentrales Oberlicht. Ob er in hundert Jahren in derselben Liste stehen wird wie Wiblingen, lässt sich nicht sagen. Sicher ist nur, dass er zeigt, wie sehr sich die Vorstellung vom Bibliotheksraum seit dem 18. Jahrhundert verschoben hat: weg vom Bildprogramm an der Decke, hin zu Licht, Leere und Blickachsen.

Die älteste Bibliothek Deutschlands – eine Frage der Definition

Bei der Frage nach der ältesten Bibliothek Deutschlands geraten die Ranglisten ins Schwimmen, und das aus gutem Grund. Zählt das Datum der ersten erwähnten Bücher, das Gründungsjahr einer Institution oder eine ununterbrochene Existenz bis heute? Zählen nur öffentlich zugängliche Bibliotheken oder auch Dom- und Klosterbibliotheken, die jahrhundertelang einem kleinen Kreis vorbehalten waren?

Nach dem Alter der Wurzeln steht die Kölner Dombibliothek weit vorn. Ihre frühesten belegten Grundlagen sind die Handschriften von Erzbischof Hildebald, der 818 starb, das älteste erhaltene Buch stammt aus den Jahren 590 bis 604, und ein Katalog von 833 verzeichnet 175 Bücher, von denen 35 noch vorhanden sind. Heute ist sie mit der 1738 neu gegründeten Diözesanbibliothek vereint, seit 1930 als gemeinsame Einrichtung. Die Dombibliothek Hildesheim hingegen kann für sich beanspruchen, seit der Bistumsgründung im Jahr 815 ohne Unterbrechung zu bestehen, und gilt als älteste Bibliothek Norddeutschlands; zu ihren Schätzen gehört der Albani-Psalter. Bei den Hofbibliotheken fällt meist der Name Wolfenbüttel.

Wer also nach der ältesten Bibliothek Deutschlands fragt, bekommt je nach Definition eine andere Antwort. Ehrlich ist es, die Kandidaten zu nennen und die Kriterien offenzulegen, statt einen Titel zu vergeben, den keine Institution allein tragen kann. Für die Kirchenbauten, in denen viele dieser Sammlungen entstanden sind, stellt sich übrigens eine ganz ähnliche Frage; sie wird auf der Seite über die älteste Kirche Deutschlands diskutiert.

Über die Grenze: die schönsten Bibliotheken der Welt

Ranglisten der schönsten Bibliotheken der Welt beginnen fast immer in der Schweiz. Die Stiftsbibliothek St. Gallen geht auf eine Zelle zurück, die Gallus um 612 gründete; Otmar übernahm die Gemeinschaft 719. Ihr Barocksaal entstand 1758 bis 1767 unter den Äbten Cölestin II. Gugger von Staudach und Beda Angehrn. Den Flügel errichtete Peter Thumb, den Stuck schufen Johann Georg und Matthias Gigl, die Deckengemälde Josef Wannenmacher. Über dem Eingang steht ΨΥΧΗΣ ΙΑΤΡΕΙΟΝ, die „Seelen-Apotheke“. Rund 2.100 Handschriften und 1.650 Inkunabeln gehören zur Sammlung, dazu der berühmte St. Galler Klosterplan und, seit 1836, die ägyptische Mumie der Schepenese. Seit 1983 ist der Stiftsbezirk Welterbe. Was die Stiftsbibliothek St. Gallen von den meisten anderen unterscheidet, ist die Kontinuität: Sie ist die einzige der großen frühmittelalterlichen Klosterbibliotheken, deren Bestand seit dem 8. Jahrhundert weitgehend beisammen geblieben ist.

In der Steiermark liegt der Superlativ. Der Saal der Stiftsbibliothek Admont, 1776 fertiggestellt nach Plänen von Josef Hueber, gilt als größter klösterlicher Bibliothekssaal der Welt: etwa 70 Meter lang, 14 Meter breit, rund 13 Meter hoch, überwölbt von sieben Kuppeln mit Fresken von Bartolomeo Altomonte. 48 Fenster bringen Licht in den Raum, künstliche Beleuchtung wurde nie eingebaut. Josef Thaddäus Stammel schnitzte die Figurengruppe „Die vier letzten Dinge“. Von den rund 200.000 Bänden des Stifts stehen etwa 70.000 im Saal.

Noch länger ist der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg. Kaiser Karl VI. gab ihn in Auftrag, Johann Bernhard Fischer von Erlach begann 1723 mit dem Bau, sein Sohn Joseph Emanuel vollendete ihn bis 1726. Der Saal misst rund 77,7 Meter, die ovale Kuppel steigt auf 29,2 Meter, und Daniel Gran malte 1726 bis 1730 die Fresken mit der Apotheose des Kaisers. Etwa 200.000 Bücher aus den Jahren 1501 bis 1850 stehen hier, darunter die rund 15.000 Bände des Prinzen Eugen von Savoyen in farbigem Maroquinleder.

In Prag zeigt das Kloster Strahov gleich zwei Säle aus verschiedenen Epochen: den Theologischen Saal, 1671 bis 1679 nach Plänen von Giovanni Domenico Orsi gebaut und 1723 bis 1727 von Siard Nosecký ausgemalt, und den Philosophischen Saal von 1783 bis 1790, dessen Deckenfresko Franz Anton Maulbertsch 1794 schuf. In Dublin steht der Long Room des Trinity College, 1712 bis 1732 von Thomas Burgh gebaut, 65 Meter lang, mit 200.000 der ältesten Bücher der Bibliothek; 1860 wurde das Dach angehoben, um eine obere Galerie einzuziehen. Seit 2022 wird der Saal für rund 90 Millionen Euro restauriert, vor allem wegen Brandschutz und Klima. Und in Portugal hütet die Biblioteca Joanina der Universität Coimbra, gebaut 1717 bis 1728 im Auftrag von König Johann V., knapp 60.000 Bücher. Dort helfen seit über 200 Jahren zwei Fledermauskolonien, Insekten von den Büchern fernzuhalten, und das Personal entfernt jeden Morgen deren Hinterlassenschaften.

Wer die schönsten Bibliotheken der Welt vergleichen möchte, merkt an diesen Beispielen, wie viel von Schutzmaßnahmen abhängt. Weimar brannte, Dublin restauriert seinen Saal vor allem aus Gründen des Brandschutzes, Coimbra setzt auf Tiere. Schönheit hat bei Büchern eine praktische Seite.

Eine kurze Liste für die Reiseplanung

Für eine Reise, die mehrere Säle verbindet, ist diese Liste nach Regionen sortiert:

  • Süddeutschland: Wiblingen (Ulm), Metten (Niederbayern), Waldsassen (Oberpfalz)
  • Mitteldeutschland: Herzogin Anna Amalia Bibliothek (Weimar)
  • Niedersachsen: Herzog August Bibliothek (Wolfenbüttel), Paulinerkirche (Göttingen)
  • Nachbarländer: Stiftsbibliothek St. Gallen, Stift Admont, Prunksaal Wien, Strahov Prag

Göttingen: ein Bibliothekssaal in einer Kirche

Für die Geschichte der wissenschaftlichen Bibliothek spielt Göttingen eine besondere Rolle. Die Universitätsbibliothek wurde 1734 gegründet, und als die Universität 1737 eröffnet wurde, standen ihre rund 12.000 Bände in einem einzigen Saal, zum größten Teil aus der Privatbibliothek von Joachim Hinrich von Bülow. Ein Kupferstich von Georg Daniel Heumann aus dem Jahr 1747 zeigt diesen Hauptsaal, etwa 28,5 mal 11,4 Meter groß. Unter Christian Gottlob Heyne, der die Bibliothek von 1763 bis 1812 leitete, wuchs der Bestand auf rund 150.000 Bände um 1800, und die Göttinger Bibliothek wurde zum Vorbild einer modernen Forschungsbibliothek.

Bibliothekssaal unter dem gotischen Gewölbe einer Kirche

1812 erhielt die Bibliothek die ehemalige Paulinerkirche am Papendiek, nachdem eine Zwischendecke eingezogen worden war. Aus dem oberen Teil der gotischen Dominikanerkirche wurde ein Bibliothekssaal. Wie dieses Gebäude als historisches Haus der Bibliothek aussieht und genutzt wird, beschreibt die Seite über das Museum der alten Bibliothek; die Geschichte der Kirche selbst steht unter Paulinerkirche Göttingen: Geschichte. Die Universitätsbibliothek besitzt außerdem eines von vier bekannten vollständigen Pergamentexemplaren der Gutenberg-Bibel, das 2001 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen wurde. Welche Rolle diese Bibel bei einer Ausstellung über den frühen Buchdruck in Korea und Europa spielte, zeigt die Seite zu Jikji und Gutenberg.

Wer Göttingen besucht, um den Saal zu sehen, sollte sich vorher auf der Website der SUB Göttingen informieren, ob gerade eine Ausstellung oder Veranstaltung stattfindet. Und wer ohnehin in der Stadt ist, findet die übrigen Ziele der Altstadt unter Göttingen Sehenswürdigkeiten. Ob die Paulinerkirche auf eine Liste neben Admont und Weimar gehört oder gar als schönste Bibliothek Deutschlands durchgeht, mag jeder selbst entscheiden. Ihr Saal ist schlichter, das Gebäude dafür älter als alle anderen hier genannten Säle, und die Bibliothek, der er seit 1812 dient, war schon im 18. Jahrhundert unter Gelehrten bekannt.

Häufige Fragen

Welche gilt als schönste Bibliothek Deutschlands?

Eine amtliche Rangliste gibt es nicht. Am häufigsten genannt wird der Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, der seit 1998 zum UNESCO-Welterbe „Klassisches Weimar“ gehört. Unter den barocken Klosterbibliotheken stehen Wiblingen bei Ulm, Waldsassen in der Oberpfalz und Metten in Niederbayern weit oben. Wer historische Bibliotheken mit großer Sammlung sucht, kommt an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel nicht vorbei.

Was geschah beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek?

Am 2. September 2004 brach im Gebäude ein Feuer aus. Rund 28.000 Bücher wurden gerettet, darunter eine Lutherbibel von 1534. Etwa 50.000 Bände und 35 Gemälde gingen verloren, rund 62.000 Bände wurden beschädigt. Nach der Sanierung, die 12,8 Millionen Euro kostete, wurde das historische Gebäude am 24. Oktober 2007 wiedereröffnet. Die Restaurierung der beschädigten Bücher dauert bis heute an.

Was bedeutet die Inschrift über der Stiftsbibliothek St. Gallen?

Über dem Eingang zum Barocksaal steht auf Griechisch ΨΥΧΗΣ ΙΑΤΡΕΙΟΝ. Übersetzt wird das als „Heilstätte der Seele“ oder „Seelen-Apotheke“. Der Saal entstand 1758 bis 1767, der Bau des Flügels lag bei Peter Thumb, die Deckengemälde schuf Josef Wannenmacher. Seit 1983 gehört der Stiftsbezirk mit der Bibliothek zum UNESCO-Welterbe.

Welche ist die älteste Bibliothek Deutschlands?

Das hängt davon ab, was man zählt. Die Kölner Dombibliothek führt ihre Wurzeln auf die Handschriftensammlung des Erzbischofs Hildebald zurück, ein Katalog von 833 nennt 175 Bücher. Die Dombibliothek Hildesheim besteht seit der Bistumsgründung 815 ohne Unterbrechung und gilt als älteste Bibliothek Norddeutschlands. Für Hofbibliotheken wird oft Wolfenbüttel genannt, gegründet 1572.

Welcher historische Bibliothekssaal ist der größte?

Der Saal der Stiftsbibliothek Admont in der Steiermark gilt als größter klösterlicher Bibliothekssaal der Welt. Er ist etwa 70 Meter lang, 14 Meter breit und rund 13 Meter hoch und wurde 1776 fertiggestellt. Noch länger, aber kein Klostersaal, ist der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien mit rund 77,7 Metern.

Quellen und weiterführende Literatur

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