Am Anfang stand ein einzelnes Gebäude: die Paulinerkirche am Papendiek in Göttingen, gebaut von Dominikanern, genutzt von Reformatoren, Gymnasiasten, Professoren und Bibliothekaren. Um diesen Bau herum ist ein Leitfaden entstanden, der seine Geschichte erzählt, die Ausstellungen dokumentiert, die in seinem Saal zu sehen waren, und den Blick auf die Stadt, ihre Kirchen und auf historische Bibliotheken in Deutschland und Europa weitet. Der Leitfaden ist eine unabhängige redaktionelle Publikation und wird weder von der Universität Göttingen noch von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek betrieben.
Diese Seite erklärt, was der Leitfaden abdeckt, wie die Texte entstehen und wie sie aktuell gehalten werden. Sie richtet sich an alle, die wissen möchten, wie belastbar eine Angabe ist, bevor sie sie weiterverwenden: Studierende, die eine Hausarbeit schreiben, Lehrkräfte, die eine Exkursion vorbereiten, Reisende, die einen Tag in Göttingen planen, und alle, die sich für Stadt- und Universitätsgeschichte interessieren.
Was der Leitfaden behandelt
Im Zentrum steht die Paulinerkirche selbst. Die Seite zur Geschichte der Paulinerkirche verfolgt den Bau von der Ansiedlung der Dominikaner im Jahr 1294 über die Reformation von 1529 und die Inauguration der Universität 1737 bis zum Umbau zum Bibliothekssaal und zur Zerstörung im November 1944. Sie ist die ausführlichste Darstellung und zugleich der Bezugspunkt für viele andere Seiten.
Ein zweiter Schwerpunkt sind die Ausstellungen, die im Historischen Saal gezeigt wurden, seit die Bibliothek 1992 ihren Neubau bezog. Die Chronik der Ausstellungen in der Paulinerkirche ordnet sie nach Jahren. Drei von ihnen haben eigene, ausführliche Seiten erhalten: die Präsentation des koreanischen Jikji neben der Göttinger Gutenberg-Bibel im Herbst 2003, die Schau zu Edward S. Curtis’ Werk „The North American Indian“ und die Ausstellung über den Astronomen Tobias Mayer. Diese Seiten verstehen sich als Rückblick. Sie beschreiben, was gezeigt wurde und in welchem Zusammenhang, und kündigen nichts an.
Der dritte Bereich ist die Umgebung. Die Paulinerkirche ist eine von mehreren mittelalterlichen Kirchen der Göttinger Altstadt, und die Seite über die Kirchen in Göttingen stellt St. Johannis, St. Jacobi, St. Albani, St. Marien und St. Nikolai neben sie. Eine Übersichtsseite widmet sich den ältesten Kirchen Deutschlands, eine weitere den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Weil die Paulinerkirche über zweihundert Jahre lang Teil einer Bibliothek war, gehören auch historische Bibliotheken zum Programm, von der Göttinger Bibliothek des 18. Jahrhunderts bis zu den schönsten Bibliotheken Deutschlands und Europas.
Hinzu kommen praktische Informationen zur Anfahrt und, unter Nachrichten, längere Beiträge zu einzelnen Themen: ein Rundgang zu den sechs Altstadtkirchen, ein Text über Tobias Mayer und die Göttinger Sternwarten, ein Vergleich des frühen Buchdrucks in Korea und Europa. Diese Beiträge vertiefen, was auf den Hauptseiten nur angerissen werden kann.
Warum diese Themen zusammengehören
Auf den ersten Blick wirkt die Mischung bunt: eine einzelne Kirche, eine Liste alter Kirchen in ganz Deutschland, berühmte Bibliothekssäle, ein koreanischer Druck aus dem 14. Jahrhundert, ein Göttinger Astronom. Der Zusammenhang ergibt sich aus dem Bau selbst. Als Kirche eines Bettelordens gehört die Paulinerkirche in die Reihe der mittelalterlichen Sakralbauten, und als erste Hallenkirche der gotischen Altstadt steht sie am Anfang einer Göttinger Baugeschichte, die St. Johannis, St. Jacobi und die übrigen Kirchen fortsetzen. Seit 1812 ist sie ein Büchersaal. Damit gehört sie ebenso in die Geschichte der großen Bibliotheken, und die Frage, wie sich der Göttinger Historische Saal neben den Sälen in Weimar oder St. Gallen ausnimmt, liegt nahe.
Die Ausstellungen wiederum führen in Richtungen, die niemand mit einer gotischen Kirche verbinden würde. Neben der Göttinger Gutenberg-Bibel stand 2003 der koreanische Jikji im Mittelpunkt, und mit Tobias Mayer rückte ein Astronom der Göttinger Universität in den Blick. Der Leitfaden folgt diesen Fäden, solange sie zum Raum am Papendiek zurückführen, und lässt sie dort enden, wo der Bezug verloren ginge.
Wie die Texte recherchiert werden
Jede Angabe auf diesen Seiten soll sich auf eine Quelle zurückführen lassen, die eine Leserin oder ein Leser selbst aufrufen kann. Daraus ergibt sich eine einfache Rangfolge der Quellen, die bei der Recherche gilt.

An erster Stelle stehen Veröffentlichungen der Einrichtungen, um die es geht. Für die Geschichte der Bibliothek sind das die Darstellungen der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek, für die Universität deren eigene Seiten zur Geschichte, für einzelne Ausstellungen die Pressemitteilungen, mit denen sie angekündigt wurden. Diese Texte sind nicht immer neutral, denn Institutionen schreiben gern über sich selbst, aber sie sind bei Daten, Namen und Titeln meist präzise.
An zweiter Stelle stehen Nachschlagewerke. Die Wikipedia ist für Göttinger Themen bemerkenswert gut ausgebaut; ihr Artikel über die Paulinerkirche verzeichnet etwa die Weihe von 1331, den Hochaltar von 1499 und den Umbau unter Jérôme Bonaparte mit Einzelnachweisen. Sie dient als Ausgangspunkt, nicht als Endpunkt. Wo ihre Angaben mit den Darstellungen der Institutionen übereinstimmen, gelten sie als gesichert. Wo nicht, wird nachgefragt.
An dritter Stelle steht die Fachliteratur. Für die Paulinerkirche sind das vor allem der von Elmar Mittler 1994 herausgegebene Band „700 Jahre Pauliner Kirche – vom Kloster zur Bibliothek“, Konrad Hammanns Studie „Universitätsgottesdienst und Aufklärungspredigt“ aus dem Jahr 2000 und der Beitrag von Lena Hoppe im Sammelband „Göttinger Kirchen des Mittelalters“ von 2015. Wer tiefer einsteigen möchte, findet dort mehr, als ein Leitfaden je bieten kann.
Daneben fließen Angaben von Museen, Städten und internationalen Registern ein. Dass die Göttinger Gutenberg-Bibel seit 2001 im UNESCO-Register „Memory of the World“ steht, lässt sich auf den Seiten der Bibliothek nachlesen, die das Exemplar verwahrt. Dass Tafeln des Hochaltars der Paulinerkirche in Prag wiederentdeckt wurden, belegt der Wikipedia-Artikel mit Verweis auf die Prager Nationalgalerie.
Was geschieht, wenn Quellen sich widersprechen
Widersprüche sind häufiger, als man denkt. Die Sanierung des Historischen Gebäudes datiert die Bibliothek auf 2000 bis 2006, die Wikipedia auf 1999 bis 2005. Für den Beginn des Pädagogiums in den ehemaligen Klostergebäuden finden sich unterschiedliche Jahreszahlen. Die Bauzeit des Gebäudes an der Prinzenstraße endet je nach Quelle 1882 oder 1883.
In solchen Fällen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder nennt der Text beide Angaben und ihre Herkunft, oder er wählt eine Formulierung, die von beiden gedeckt ist, etwa „in den Jahren ab 1878“. Was nicht geschieht: eine der Angaben stillschweigend zu übernehmen, als gäbe es die andere nicht.
Noch strenger ist der Umgang mit Lücken. Wenn sich ein Detail nicht belegen lässt, bleibt es weg. Das betrifft zum Beispiel das genaue Jahr, in dem der Wiederaufbau der Kirche nach 1944 abgeschlossen war. Die gängigen Überblicksdarstellungen nennen es nicht, und deshalb steht es auch hier nicht. Eine plausibel klingende Zahl wäre schnell geschrieben und schwer wieder aus der Welt zu schaffen, wenn andere sie erst einmal übernommen haben.
Was bewusst nicht auf diesen Seiten steht
Manche Informationen sucht man hier vergeblich, und das hat Gründe. Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Termine kommender Veranstaltungen und Möglichkeiten, den Saal zu mieten, gehören in die Verantwortung der Bibliothek, die das Historische Gebäude nutzt. Sie ändern sich mit dem Programm und lassen sich nur dort verbindlich nachlesen. Der Leitfaden verlinkt für diese Fragen auf die Website der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.
Auch Ausstellungen erscheinen ausschließlich als abgeschlossene Ereignisse. Die Chronik reicht bis zu Schauen, die durch Pressemitteilungen oder andere öffentliche Quellen belegt sind, etwa die Kabinettausstellung „Gutenberg in Göttingen“ vom 20. Juli bis 7. Oktober 2018. Ein laufendes Programm bildet sie nicht ab.
Für Sehenswürdigkeiten und Museen gilt Ähnliches. Das Städtische Museum Göttingen ist dafür ein gutes Beispiel: Seit 2009 haben Bauschäden große Teile seiner Dauerausstellung lahmgelegt, eine Teilsanierung wurde 2017 abgeschlossen, und welche Bereiche zu einem bestimmten Zeitpunkt zugänglich sind, ändert sich. Der Leitfaden beschreibt solche Einrichtungen und ihre Geschichte, empfiehlt aber stets, den aktuellen Stand vor einem Besuch bei der Einrichtung selbst zu prüfen.
Schreibweisen und Konventionen
Ein paar Entscheidungen ziehen sich durch alle Seiten. Datumsangaben stehen ausgeschrieben, also „24. Oktober 1529“ statt einer Zahlenfolge. Titel von Ausstellungen und Büchern stehen in deutschen Anführungszeichen. Institutionen tragen bei der ersten Nennung ihren vollen Namen; die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek führt diesen Namen seit 1949 und wird danach gelegentlich verkürzt als Bibliothek oder SUB bezeichnet.
Beim Namen des Baus selbst schwankt der Sprachgebrauch. Die Literatur schreibt mal „Paulinerkirche“, mal „Pauliner Kirche“, wie im Titel des Jubiläumsbands von 1994. Der Leitfaden verwendet durchgehend die zusammengeschriebene Form, zitiert Titel aber so, wie sie erschienen sind.
Personen erscheinen mit ihren Lebensdaten, sofern diese belegt sind, etwa Gerlach Adolph von Münchhausen (1688–1770) oder Joachim Hinrich von Bülow (1650–1724), dessen Privatbibliothek den Grundstock der Göttinger Universitätsbibliothek bildete. Fehlen gesicherte Lebensdaten, bleibt es beim Namen.
Wie der Leitfaden aktuell gehalten wird
Geschichte ändert sich langsam, ihr Stand der Forschung schneller. Neue Grabungen, neue Publikationen und neue Ausstellungen können eine Darstellung ergänzen oder korrigieren. Ein Beispiel liefert der ehemalige Paulinerkirchhof südlich der Kirche: Er wurde 2019 archäologisch untersucht, und 2020 entstanden dort ein Parkplatz und ein Spielplatz. Solche Entwicklungen fließen in die Texte ein, sobald sie öffentlich belegt sind.
Die Seiten werden deshalb in regelmäßigen Abständen überprüft. Dabei werden Quellenlinks auf Erreichbarkeit kontrolliert, Angaben mit neuen Veröffentlichungen abgeglichen und Formulierungen geschärft, wo eine Darstellung missverständlich war. Besonders aufmerksam verfolgt werden die Veröffentlichungen der Bibliothek und der Universität, weil sie als Erste über neue Ausstellungen, Funde oder Änderungen am Historischen Gebäude berichten. Mit besonderer Sorgfalt werden die praktischen Angaben behandelt. Parkhäuser, Buslinien und Fahrradstellplätze ändern sich häufiger als historische Daten, und eine Zahl wie die Stellplatzkapazität eines Parkhauses wird nur mit dem Jahr der Quelle genannt, aus der sie stammt. So bleibt erkennbar, wie alt eine Angabe ist.
Hinweise von Leserinnen und Lesern sind dabei ausdrücklich willkommen. Wer einen Fehler entdeckt, eine Quelle kennt, die eine Angabe präzisiert, oder eine Ausstellung vermisst, die in die Chronik gehört, kann sich über die im Impressum genannte Adresse melden. Jede Korrektur wird an der Quelle geprüft, bevor sie in den Text übernommen wird; ein Hinweis allein genügt nicht, aber er ist oft der Anlass, genauer nachzusehen.
Für wen dieser Leitfaden geschrieben ist
Die Texte setzen kein Fachwissen voraus. Begriffe wie Hallenkirche oder Bettelorden werden erklärt, wo sie zum ersten Mal auftauchen. Gleichzeitig verzichten die Seiten nicht auf Genauigkeit: Wer wissen möchte, dass der Hochaltar der Dominikaner 41 Tafeln hatte und von Hans Raphon gemalt wurde, soll das hier ebenso finden wie die Information, dass man vom Bahnhof in wenigen Minuten zu Fuß am Papendiek ist.
Wer nur eine Viertelstunde Zeit hat, ist mit der Startseite gut bedient. Wer einen Nachmittag in Göttingen verbringt, findet in der Anfahrtsbeschreibung und in den Seiten zu Kirchen und Sehenswürdigkeiten genug für einen Rundgang. Und wer an einer Arbeit über Göttinger Universitätsgeschichte sitzt, findet am Ende jeder Seite die Quellen, mit denen sich weiterarbeiten lässt. Die meisten davon sind frei zugänglich, einige nur in Bibliotheken, darunter, wie es sich fügt, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen.
Häufige Fragen
Wie kann man einen Fehler melden?
Hinweise auf Fehler, fehlende Ausstellungen oder präzisere Quellen nehmen die Verantwortlichen über die im Impressum genannte Adresse entgegen. Jeder Hinweis wird an einer überprüfbaren Quelle kontrolliert, bevor sich ein Text ändert. Eine Korrektur ohne Beleg wird nicht übernommen, auch wenn sie plausibel klingt; sie ist aber oft der Anlass, eine Angabe noch einmal genauer nachzuprüfen.
Woher stammen die Informationen auf den Seiten?
Die Texte stützen sich auf Veröffentlichungen der Universität und der Bibliothek, auf Nachschlagewerke, auf wissenschaftliche Literatur zur Göttinger Stadt- und Universitätsgeschichte sowie auf Angaben von Museen, Städten und internationalen Registern wie dem UNESCO-Programm „Memory of the World“. Jede Seite führt am Ende die Quellen auf, die für sie tatsächlich herangezogen wurden.
Warum stehen hier keine Öffnungszeiten?
Öffnungszeiten, Eintrittsregeln und Termine der Paulinerkirche hängen vom jeweiligen Programm der Bibliothek ab und ändern sich. Eine Angabe, die heute stimmt, kann in wenigen Wochen falsch sein. Der Leitfaden verweist deshalb auf die Website der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek, die als einzige verbindliche Auskunft geben kann.
Was passiert, wenn Quellen sich widersprechen?
Dann nennt der Text beide Angaben und sagt, woher sie stammen. Ein Beispiel ist die Sanierung des Historischen Gebäudes, die von der Bibliothek auf 2000 bis 2006 und in der Wikipedia auf 1999 bis 2005 datiert wird. Lässt sich ein Detail gar nicht belegen, wird es weggelassen, statt eine plausible Zahl zu schätzen.
Quellen und weiterführende Literatur
- History – SUB at a glance · Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
- Paulinerkirche (Göttingen) · Wikipedia
- Early Printed Books · Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
- Städtisches Museum Göttingen · Wikipedia
